Exkursion der Kunstkurse 12 ins Lehmbruck-Museums Duisburg

Organisiert durch die Vorsitzende der Fachschaft Kunst am Einstein Gymnasiums, Frau Fricke, besuchten die beiden Kunstkurse der Jahrgangsstufe 12 am 13. April 2011 das Lehmbruck Museum in Duisburg.
Das Museum selbst, gelegen in einem idyllischen Park mitten in der Ruhrpottstadt, ist ein moderner, lichter kastenförmiger Bau, der durch den Sohn in Gedenken an seinen berühmten Vater, den expressionistischen Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, in den 60ger Jahren des letzten Jahrhunderts initiiert worden ist.
Beide Kunstkurse waren durch die Beschäftigung mit Skulptur und Plastik der Renaissance bzw. dem sich dort zeigenden neuen modernen Menschenbild und dem Vergleich mit neuzeitlichen Skulpturkonzeptionen vorbereitet worden.
In Begleitung von der Referendarin Johanna Henke und dem anderen Kunstlehrer der Schule, Herrn Ertmer, wurden in zwei Gruppen unter Anleitung von Museumspädagoginnen unterschiedliche Wege zum Verständnis der Skulpturen Lehmbrucks und anderer moderner Bildhauer gefunden. Am Schluss wartete noch eine besondere Überraschung auf die Schüler, ein gewisser Herr Koselleck und sein Öl!

Im Folgenden sind einige Fotos von der Exkursion zu sehen und ein paar Aufsätze über unterschiedliche Eindrücke des Kunst-Erlebens durch die Schüler zu lesen.


Wilhelm Lehmbruck - Der Gestürzte


Eine der bedeutesten Werke von Wilhelm Lehmbruck ist die Gipsguss-Skulptur „Der Gestürzte“, die im Jahr 1916 entstanden ist. Die Skulptur zeigt einen nackten Mann, vermeintlich ein Soldat, denn er hält in der nach vorn gestreckten Hand ein zerbrochenes Schwert, der sich auf dem Boden befindet und auf allen Vieren „kriecht“. Sein ist Kopf fast senkrecht zum Boden geneigt. Das ganze Gebilde erinnert an eine Brücke.
Der Körper ist übermäßig lang, sodass er nicht den eigentlichen Normen der Proportionen des menschlichen Körpers entspricht. Lehmbruck hat nicht versucht den gestürzten Soldaten naturalistisch darzustellen, denn bei der Skulptur sieht man viele vereinfachte Formen und die Freiräume, die zum Beispiel vom Arm und Kopf gebildet werden, nehmen eine geometrische Figur (Bsp. Dreieck) an. Lehmbrucks Skulptur ist stilistisch als expressionistisch zu bezeichnen.
Lehmbruck hat den Auftrag bekommen einen Soldaten abzubilden, der anschließend auf dem Ehrenfriedhof auf dem Kaiserberg in Duisburg platziert werden sollte. Jedoch strahlt seine Skulptur völlige Hilflosigkeit durch die fehlende Kleidung und die niedergeschlagene Körperhaltung aus. Es war zur damaligen Zeit (1.Weltkrieg) nicht erwünscht, dass ein deutscher Soldat so hilflos und kraftlos dargestellt ist. Es wurde eine andere Skulptur für den Ehrenfriedhof ausgewählt, die einen kräftigen, mutigen und stolzen Soldaten darstellt.
Aufgrund von Lehmbrucks Erlebnissen und Eindrücken des ersten Krieges stellt er den Soldaten so hilflos, arm und elend dar. Mit der fehlenden Kleidung zeigt er zum einen, dass der Soldat ungeschützt vor jeder Wetterlage, den Menschenblicken ausgesetzt ist und dass weder durch die Kleidung sein soziales Stand, noch seine Persönlichkeit dargestellt werden sollen. Andererseits zeigt die fehlende Kleidung, dass der Soldat nichts zu verbergen hat und dass er bei dem Krieg alles gegeben und verloren hat. Lehmbruck wollte mit der Skulptur die Aufmerksamkeit der Menschen für Krieg erwecken und somit dem Krieg, der Gewalt und der Unterdrückung entgegen wirken.


Quelle: Besuch im Museum Lehmbruck
Text: Tanja Kempf

Im Rohöllaboratorium trafen wir auf Herrn Ruppe Koselleck, der seit dem 13. April 2011 im Lehmbruck Museum arbeitet. Herr R-K ist ein lebender Künstler, der sich gern (und lange) mit jungen Kunstinteressierten unterhält und seinen persönlichen Zugriff zu „Kunstschaffen“erläutert.
Er hat uns einige seiner Ölmalereien gezeigt und berichtet, womit und wieso er diese herstellt. Der Verkaufserlös seiner Werke finanziert den Aktienankauf von BP (British Petroleum, verantwortlich für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im letzten Jahr, „deepwater horizon-blowout“). Seine selbst genannte Lebensaufgabe ist die "feindliche Übernahme von BP". Mittlerweile verfügt Herr Koselleck über 1493 Aktien von insgesamt 18.739.810.358.902 - Tendenz steigend. Jeder, der schon immer den dringlichsten Wunsch hatte BP zu übernehmen, kann ein Teil des Projektes werden und durch die Werke des Künstlers weitere Aktien erkaufen. Entsprechend malt er seine Bilder z.T. mit am Meeresstrand gefundenen Öl-Rückständen.
Eine andere Facette seiner Kunst sind Bilder, in denen Pommes Frites oder zu Malfarben gerührte Rauschgifte eine Rolle spielen.

Marius Schultze

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